Die Funktion des Wasserwarts ist für einen Angelverein immer eine der grundlegenden; hat er ja die Aufgabe, dafür zu sorgen, dass zum einen die Wasserqualität der einzelnen Vereinsgewässer
kontrolliert bzw. überwacht und zum anderen die Pachtvorgaben hinsichtlich der Besatzmaßnahmen vorgenommen bzw. eingehalten werden. Das Wichtigste aber war natürlich, dass den Vereins
mitgliedern eine überdurchschnittlich gute Chance geboten werden sollte, in den Vereinsgewässern einen gesunden, ausreichend maßigen Speisefisch zu angeln.
Gesund mussten die einzusetzenden Fische ja sein, da eine eingeschleppte Krankheit, und deren gibt es viele in den großen Fischzuchtanstalten, den gesamten Fischbestand im Gewässer gefährden konnte. Das „Mindestmaß“ sollten sie auch haben (es durfte durchaus auch etwas mehr sein), denn eine untermaßige Forelle mehrmals gefangen und von Haken gelöst und ins Wasser zurückgesetzt, ist alles andere als waidgerecht.
Also wurden in etwa in der ersten Hälfte der hier in dieser Chronik behandelten Zeitspanne fast ausschließlich – Ausnahme waren hier die Rotfedern, Rotaugen und Brassen, die mit unter
schiedlichen, auch sehr kleinen Maßen in den Träufelbachsee kamen – fangfähige Fische und zwar Regenbogenforellen, Schleien, Karpfen, Zander und Aale von den Fischzuchtanstalten besorgt und in der Murg und im Träufelbachsee eingesetzt. Und das waren, wie man im Vereinsarchiv nachlesen kann, sehr große Mengen an Fischen, zeitweise sogar über 1.000 Kg pro Jahr, also mehr als eine Tonne Fische!
In der zweiten Hälfte der in dieser Chronik behandelten Zeitspanne, vor allem aber in den letzten Jahren, hatte sich ein Umdenken breit gemacht. Nicht von einem Tag zum anderen aber von Jahr zu Jahr sukzessive. Oberstes Ziel der fischereilichen Bewirtschaftung ist seither (Zitat aus dem aktuellen Pachtvertrag nebst Hegeplan für die Murg) „der Erhalt und/oder die Wiederherstellung eines dem Gewässer angepassten, naturnahen und sich selbst reproduzierenden Fischbestandes sowie dessen nachhaltige Nutzung“. Dies beinhaltet auch die Wiederansiedelung verschwundener Fischarten wie z.B. des Lachses, des Flußneunauges sowie neuerdings auch der Quappe.
Hier links werden z.B. im Jahre 2016 vom Wasserwart Harald Rieber an der Reichenbachmündung junge Lachse …

… und hier rechts im Jahre 2020 junge Quappen an der Hahnbachmündung in die Murg eingesetzt.
Foto: Manfred Zapf
Foto: Manfred Zapf
Manche unserer Angler haben dabei allerdings auch zwiespältige Gedanken. Denn nicht die großen Fische, sondern gerade die kleineren und mittelgroßen Fische sind die ideale Beute der in unserem Murglos heimisch gewordenen Kormorane. Ihnen fallen nach Untersuchungen zwischen 30 - 40 % der heranwachsenden Fische dieser Größe zum Opfer.
Das waren die Wasserwarte des Vereins, die sich ganz speziell um diese sich wandelnden Aufgaben gekümmert haben:
Karl-Friedrich Gaus (1973 – 1976)
Werner Rothfuß (1976 – 1985)
Harald Rieber (1985 – 1990)
Wolfgang Heitz (1990 – 1992)
Harald Rieber (1992 – heute)