Es war ja ein Ausschuss gegründet worden, um dem Verein einen eigenen Fischteich zu verschaffen. Ein aufgestauter Seitenbach der Murg sollte es sein und dabei gab es bei den Überlegungen zweiAlternativen und zwar eine im hinteren Igelbachtal und eine im Träufelbachtal. In einem Pressebericht des BT vom 13.10.1971 wird über die maßgebende Gemeinderatssitzung wie folgt berichtet:
„Sprecher in eigener Sache war der Vorsitzende des neu gegründeten Angelsportvereins, Eduard Schiener. Bürgermeister Wehrle und den Gemeinderäten war es eine Freude zuzuhören, den
Besuchern nicht minder. Schiener kam nicht mit vagen Vorstellungen, er hatte vielmehr „Nägel mit Köpfen“ gemacht. Danach soll im landwirtschaftlich ungenutzten, teilweise völlig verwahrlosten
Seitental zwischen Gernsbach und Staufenberg ein rund 6.600 qm großer See entstehen. Die Stadt wird dazu 10.000 qm zusammenhängendes Gelände zur Verfügung stellen. Eingesetzt in den
künftigen See sollen werden: Karpfen, Schleien, Weißfische aller Art und Aale. Für eine landschaftsgerechte Bepflanzung sorgt der Verein. Er wird auch die Anlage des Sees übernehmen. Der
Dammbau liegt in der finanziellen Größenordnung von 10.000 DM.“
Dass es dann mit etwas über 100.000 DM doch ganz erheblich teurer wurde, das ist eine andere Sache. Aber weiter in der Presseverlautbarung:
„Entschlossen habe man sich für die Träufelbach, weil hier die Anfahrt einfacher sei, als im hinteren Igelbachtal.
Die Größe der Wasserfläche habe man deshalb vorgesehen, um hier keinen Teich, sondern eine echte Erholungseinrichtung zu schaffen. Schiener berichtete von den verschiedenen Experten
gutachten und –zusagen bei den Planungen. Der Gemeinderat verschloss sich weder dem Vorhaben noch den Argumenten. Bürgermeister Werle meinte, dass es die Verwaltung leichter habe, würde man immer mit solch durchdachten Vorhaben vorsprechen“.
Die endgültige Genehmigung durch den Gemeinderat war dann nur noch eine Formsache. Die Mitglieder des Vereins fällten in unzähligen Arbeitsstunden die Bäume am Bach, entfernten das
Gestrüpp und dann kamen im Frühjahr 1972 die Bagger, trugen die Muttererde ab und schichteten den Damm wie ein richtiges Bauwerk Schicht um Schicht auf.
Rund 6.500 cbm Erdreich mussten bewegt werden.
Viele der hiesigen Firmen sahen es als ihre Pflicht an, den Verein zu unterstützen, sowohl mit Material als auch mit Leistungen. Zu nennen sind hier u.a. die Firmen Bauunternehmung Grötz,
Bauunternehmung Lang, Papierfabrik Holtzmann und Cie. sowie die Katzwerke AG.
Mit etwas Verspätung wurde am 9.1.1973 der Pachtvertrag mit der Stadt Gernsbach abgeschlossen. Er umfasste Grundstücke über zusammen 2.23,66 ha.
Davon wurden etwas später Teilflächen wieder zurückgegeben, da man sie nicht benötigte, so dass sich danach – mit geändertem Vertrag vom
29.6.1984 - die Pachtfläche auf 1.31,86 ha belief. Der Pachtvertrag wurde auf die Dauer von 66 Jahren abgeschlossen und endet am 31. Dezember 2038.

Und so sah er aufgestaut aus und zwar aufgenommen vom hinteren Seeeinlauf her.
Ein erster Besatz war bereits erfolgt mit 1.700 Regenbogenforellen, 150 Kg Rotaugen; später im Jahr kamen dann noch 200 Kg fangfähige Karpfen und 100 Kg fangfähige Schleien dazu.
Als der Damm fertig war, wurde er langsam befüllt, bis eine Wasserfläche von rund 7.500 qm aufgestaut war.
Nach einigen Wochen musste er allerdings noch einmal für 2-3 Monate auf die halbe Wassermenge abgelassen werde, um verschiedene
Überprüfungen hinsichtlich der Festigkeit und Dichtigkeit des Dammes vornehmen zu können.

Mit den Forellen war man etwas zu schnell gewesen, denn es setzte kurz darauf ein großes Fischsterben ein, bei dem ca. 60 % des Forellenbesatzes wieder verloren ging. Die übrigen Fische
waren davon nicht betroffen. Untersuchungen im tierhygienischen Institut in Heidelberg ergaben, dass dafür mehrere Faktoren ursächlich waren: „Sauerstoffmangel durch Gärungsprozesse am neuen Seeuntergrund und Darmkrankheiten der geschwächten Fische infolge Brotfütterung“. Etwa 3 Wochen lang mussten dem Futter Medikamente beigemengt werden, um die aufgetretenen
Probleme in den Griff zu bekommen.
Und dann musste man selbstverständlich den See so richtig einweihen und zwar mit einem großen Fest. Die ganze Prominenz war am 20. Oktober 1973 zugegen, sowohl aus der Stadtverwaltung als auch aus den verschiedenen davon tangierten Behörden, die Vertreter der Gernsbacher Firmen, auch die der Gernsbacher Banken, bei denen man verschiedene Finanzierungshilfen hatte beantragen müssen und natürlich auch die Vorstände der benachbarten Fischervereinen waren geladen und bemühten sich mit Wurm oder Weizen – etwas anderes war nicht zugelassen – einen großen Fisch an Land zu ziehen. Bürgermeister Wehrle war mit einem an Land gezogenen Fang von zusammen 3.300 Gramm sogar zweitbester Angler an diesem Tag.
Das große Fest, es war das erste Gernsbacher Fischerfest, erstreckte sich über 3 Tage. Ein riesiges Schirmzelt, ähnlich wie ein Zirkuszelt war oben auf dem neu angelegten Parkplatz aufgestellt worden um die vielen neugierigen Besucher aufzunehmen. Und sie feierten kräftig mit.
Es gibt in den Vereinsunterlagen sogar noch Aufzeichnungen über das Trinkvermögen der Gäste: 731 Gläser Bier wurden ausgeschenkt, das Glas Bier kostete damals noch 1,50 DM;
dazu kamen 185 Gläser Wein und man höre und staune 205 Gläschen Obstler.
In den Folgejahren entwickelte sich der See zu einem intensiv genutzten Fischwasser, das allerdings immer wieder Probleme aufwarf, zum Beispiel nach den regelmäßigen „Dammschauen“ durch das Regierungspräsidium. Einmal musste der Damm aufgrund möglicher künftiger Hochwasser erhöht werden, dann musste der Hochwasserüberlauf vergrößert werden, dann musste ein Meßrohr im Damm angebracht werden, um zu beobachten, ob in den Damm Wasser einsickert usw. Ein weiteres Problem, das uns auch heute immer wieder beschäftigt, trat zu Beginn der 1980er Jahre verstärkt in das Blickfeld.
Es hatte in den Jahren zuvor recht viel geregnet auch verschiedene Hochwässer waren zu verzeichnen. Im Träufelbachsee zeigten sich durch die Einschwemmungen des Baches große Sand
bänke. Diese waren natürlich zu entfernen und im Verein diskutierte man, wie man die doch recht beachtlichen Kosten für die Wiederherstellung des ursprünglichen Zustands des Träufelbachsees
aufbringen könnte. Aber es führte kein Weg vorbei und man setzte im Herbst 1984 den Wunsch oder auch die Notwendigkeit, den Seeeinlauf auszubaggern, den Seegrund zu inspizieren und dabei
gleichzeitig den Fischbestand im See zu ermitteln, in die Tat um.
Umfangreiche Vorgespräche und Vorarbeiten waren zu erledigen, dann machte man sich ans Werk.
Was dabei alles zu bedenken und zu erledigen war, sieht man am besten am Tagebuch von Eduard
Schiener über diese aufregenden Tage:
Sonntag 7. Oktober 1984:
War mit H. Hauß unserem Fischlieferanten am See, um an Ort und Stelle die technischen Einzelheiten des Abfischens zu besprechen;
langsames Absenken des Wassers erforderlich; wie weit abgesenkt werden muss, wird zu gegebener Zeit entschieden, ebenso, ob mit Netz oder elektrisch abgefischt wird.
Wir sollten prüfen, ob Hindernisse in der Abfischzone liegen und diese notfalls entfernen, da sie das Abfischen unmöglich machen. (Erledigung durch Taucher Götzmann, Muggensturm).
Die Hälterung der Fische soll in einer Mulde am Einlauf des Sees erfolgen.
Gerätebedarf: 2 Kähne, Kescher, Netze, Transportbehälter (Siegbert Sprenger mit H. Hauß), Elektrofischgerät (Benno Hurrle und Dr. Kiekhäfer)
Freitag 12. Oktober 1984:
War mit Herrn Slanitz von der Firma Bold am See, er schätzt die Einschwemmungen am Einlauf auf mindestens 250 cbm. Will auf der Basis ein Angebot unterbreiten.
Samstag 13. Oktober 1984:
War mit H. Götzmann vom Taucherverein Muggensturm am See. Er hat das Seeufer nach Hindernissen abgesucht.
Ergebnis: 2 Mofa Rahmen, 1 Vespa Abdeckblech, Flaschen, Gläser, ein Gummistiefel.
Das Rohr des Grundablasses konnte er nicht sehen; das Einlauf-V war voll versandet. Der Grundschieber ging zunächst nicht, später nur sehr
schwer. Der obere Schieber ist offensichtlich abgerostet.
Nach dem teilweisen Öffnen des Grundschiebers hat sich ein Trichter in der Versandung gebildet. H. Götzmann empfiehl, dass wir beim
Ablassen den Trichter durch Stochern von einem Boot aus vergrößern.
Eventuell sollten wir auch die Feuerwehr zum Ausspritzen hinzuziehen.
Montag 15. Oktober 1984:
Habe mit Manfred Heitz, dem Planer des Sees telefoniert. Er ist sehr daran interessiert, zu sehen, wie Damm- und Seeboden aussehen. Er kommt deshalb auch zum Abfischen.
Seine Empfehlung: Wasser nur langsam ablassen, damit Seegrund vom Damm nicht abrutscht. Er hat keine Bedenken wegen eventuellem Abrutschen von Schlammauffüllung
auf der Staufenberger Seite (wie beim Dammbau geschehen).
Mittwoch 17. Oktober 1984:
Slanitz nennt die voraussichtlichen Kosten mit ca. 3.800 DM + MwSt.
Dauer der Arbeit ca. 4 Tage; Absetzen des Aushubs im Erlen Sumpfgebiet. Wasserabsenkung um ca. 1 m erforderlich. Mulde für Hälterung wird hergestellt und ist im Angebotspreis inbegriffen.
Bei sofortiger Entscheidung könnte Arbeit am 22.10. oder 23.10. beginnen.
Donnerstag 18. Oktober 1984:
Mit Vorstandschaft gesprochen; Zustimmung; Am 19.10. Auftrag an Slanitz erteilt.
Freitag 19. Oktober 1984:
Mit dem Absenken begonnen: 1. Brett leicht gezogen.
Dienstag 23. Oktober 1984:
Ab heute bis Donnerstag wird Einlauf von Firma Bold ausgebaggert und separates Becken zur Aufnahme der Fische geschaffen.
Freitag 26. Oktober 1984:
Seeufer rundum mit 10 Mann Arbeitseinsatz gereinigt.
Samstag 27. Oktober 1984:
Früh am Morgen Schieber geöffnet und See langsam weiter abgelassen. Nach 2 Stunden Versuch mit dem Kahn und einem Schleppnetz, den verblieben Rest des Sees leer zu fischen,
ohne Erfolg wegen zu unebenem Seegrund. Weiterer Versuch mit Elektroabfischgerät, nur teilweiser Erfolg. Nach kurzer Diskussion: Entschluss, den See ganz abzulassen,
um Gewissheit über im See verbliebene Bestände zu bekommen.
Um 15.00 Uhr See fast komplett leer; Ergebnis: einige wenige kapitale Karpfen, 2 Graskarpfen; insgesamt ca. 85 Kg Zander,
Schleien, Karpfen und einige Aale, viele kleinere Weißfische. Alles in allem sehr enttäuschend.


Hier rudert Manfred Schulze mit dem Schleppnetz über den bereits zum Teil
abgelassenen See…
… und jetzt ist der See fast vollständig leer. Die Helfer und viele Interessierte warten auf die „vielen großen Fische“, die nun zum Vorschein kommen sollten. Dem war nun leider nicht so, wie Eddi Schiener ja schon be richtet hatte.
Die geringe Menge an Fischen, die man im Träufelbachsee gefunden hatte, war später natürlich auch noch großes Thema bei der nachfolgenden Mitgliederversammlung. Als einziges positives Ergebnis bezeichnete damals Wasserwart Werner Rothfuß die dabei gewonnene Erkenntnis, dass sich die im See eingesetzten Zandersetzlinge nach zweijährigem Leben im Träufelbachsee behauptet und bis zu 45 Zentimeter Länge und zwei bis zweieinhalb Pfund Gewicht entwickelt hatten.
Im Sommer des Jahres 1994 hatte man unter Mithilfe eines engagierten Tauchers mehrmals versucht, die defekten Ablaßschieber im Mönch zu reparieren. Leider gelang dies nicht. Also musste, nachdem der vorherige Seeablass gerade mal 10 Jahre her war, der See am 12.11.1994 erneut abgelassen werden.
Dieses Mal hatte Wasserwart Harald Rieber die Organisation übernommen. Unterhalb des Sees wurden ein Abfischkasten und eine Halterung eingebaut. Für die zu erwartenden Fische war im See kurz nach dem Einlauf ein kleines Becken ausgebaggert worden. Und es waren im Vergleich zum ersten Seeablass doch eine recht ordentliche Menge.
Harald Rieber hatte in der folgenden Mitgliederversammlung die Zahlen genannt:
125 Forellen, 16 große Karpfen, davon ein Schuppenkarpfen, 35 eher kleinere bis mittlere Schleien, 42 Aale, etwa 250 Kg Rotaugen und 44 Zander.
Auch bei den Zandern gabe es wie beim ersten Seeablass die unterschiedlichsten Größen, von 100 g bis knapp 5 Kg. Außerdem 3 größere Barsche und 11 Döbel. Letztere wurden natürlich aussortiert, während alle anderen in das Becken am Einlauf wieder eingesetzt wurden. Insgesamt belief sich das Gewicht der im See befindlichen Fische auf 390Kg.
Harald Rieber hatte alles so gut vorbereitet, dass es beim Ablassen keine Verluste bei den Fischen gab.
Neben den Fischen gab es aber auch weiter interessante Seebewohner und zwar ca. 2 Zentner Teichmuscheln, darunter recht ordentliche Brocken sowie auch ca. 20 Krebse.
Im Jubiläumsjahr gibt der Träufelbachsee zwar ein sehr schönes Bild ab (siehe Titelbild), trotzdem befinden wir uns in einer ähnlichen Situation wie seinerzeit im Jahre 1984.
Die Notwendigkeit, den See abzulassen, den Seegrund zu inspizieren und vor allem die Schlammablagerungen im See zu beseitigen wird eine wichtige und sehr kostspielige Aufgabe in der nächsten Zukunft sein.
Foto: Klaus Geist
Der Träufelbach selbst gehört seit der Anlage des Träufelbachsees ebenfalls zu unseren Pachtgewässern. In den Anfangsjahren wurden außerdem die ca. 1 Km oberhalb des Sees liegenden 3
kleineren Zuchtteiche nebst Hütte von der noch weiter oben liegenden Grimm’schen Forellenzucht ebenfalls angepachtet.
Wasserwart Werner Rothfuß und Otto Zürn haben dort einige Jahre lang Forellenbrut bis zur Fangreife aufgezogen und dann in den Träufelbachsee abgelassen.
Die idyllisch im Wald gelegenen 3 Teiche hatten allerdings keine stabilen Uferbefestigungen, so dass bei Starkwasser die Ufer oft einbrachen. Mehrmals kam es auch zu Krankheitsausbrüchen bei den eingesetzten Forellenbrütlingen, so dass man diese Zuchtteiche Ende der 1980er Jahre wieder aufgab.
Der Oberlauf des Träufelbachs mäandert sehr stark, wodurch bei den genannten Starkwassern viel Schwemmmaterial in den Träufelbach eingetragen wird.
Außerdem tangiert er ca. 500 m oberhalb des Seeeinlaufs die abgedeckte frühere Staufenberger Deponie.
Bei einem großen Erdrutsch im Jahre 2007 bestand die Sorge, dass kontaminiertes Material in den See eingeschwemmt werden könnte.
Ausführliche Untersuchungen des Umweltamtes bestätigten aber, dass zu keiner Zeit eine Gefahr hinsichtlich des Verzehrs der im See gefangenen Fische bestand. Die Deponie wurde seitens der
Stadt danach dauerhaft gesichert. Fischereilich wird der Träufelbach nicht genutzt; es erfolgt lediglich der lt. Pachtvertrag vorzunehmenden Fischbesatz.
Der Igelbach von der Loffenauer Grenze bis zur Einmündung in die Murg war in den 1960er und 1970er Jahren vom Hotelier Hauser, dem Pächter des Hotels am Kurpark gepachtet.
Als Hotelier Hauser im Jahre 1973 wegzog, bemühte sich der Vorstand des Vereins, in dessen Pachtvertrag für den Igelbach samt Kurparkseen einzutreten.


Leider musste im Hinteren Kurparksee nach einem starken Hochwasser, das mit Überschwemmungsschäden im Kurpark einherging, der Abfluss bzw. der Hochwasserüberlauf etwas verbreitert und damit die Wasserhöhe auch um ca. 30 cm abgesenkt werden.
Dies gelang, seit dem 28. Februar 1973 sind wir ununterbrochen Pächter des Igelbachs, wobei – das war von Anfang an von besonders großem Interesse – dazu eben auch die Kurparkseen gehören, in denen an bestimmten Tagen, bzw. bei besonderen Anlässen geangelt werden durfte.
Dies schränkt derzeit die Angelmöglichkeiten deutlich ein bzw. macht sie wegen der nunmehr nur noch geringen Wassertiefe des Sees nahezu unmöglich. Es liegen der Stadt zwar gutachterliche Pläne vor, diese Situation im Rahmen von Schutzmaßnahmen für 100-jährige Hochwasser im gesamten Igelbachtal zu bereinigen. Trotz möglicher Zuschüsse (Land/Bund) steht diese Maßnahme derzeit nicht weit oben auf der Prioritätenliste für Investitionen der Stadt.
In den Igelbach müssen – nach dem aktuell gültigen Pachtvertrag - jährlich 350 Bachforellen Sömmerlinge (8-12 cm groß) oder 2.800 vorgestreckte Bachforellenbrut (< 4 cm) eingesetzt werden.
Der Lautenbach war der zweite Nebenbach der Murg, den unser Verein von der Stadt Gernsbach pachten konnte und zwar ab dem 27. März 1975. Aufgrund des großen Einzugsgebiets ist der
Lautenbach ein Bach mit permanent gutem Wasseraufkommen, was sich auch darin zeigt, dass etwas oberhalb von Scheuern eine große Fischzuchtanlage eingerichtet worden war.
Geangelt werden konnte von der Quelle bis zur Mündung in die Murg. Interessant war auch hier ein oberhalb von Lautenbach liegender großer und recht tiefer Teich, der als Speicherbecken für die
örtliche Feuerwehr angelegt worden war. Zu besonderen Anlässen konnten hier Veranstaltungen durchgeführt werden.
Der Bach wurde seitens des Vereins mit Vertrag vom 1. Juli 1977 an die dortige Jagdgemeinschaft Hurrle/Wallner unterverpachtet und zwar im Tausch mit dem Gernsbacher Murglos.
Mit Ablauf des Pachtvertrages am 31. März 1987 hatte der Verein gegenüber der Stadt zwar großes Interesse an einer Verlängerung des Pachtvertrages bekundet; nach einer öffentlichen Aus
schreibung wurde der Lautenbach der Jagdgemeinschaft Hurrle/Wallner zu einem vergleichsweise sehr hohen Pachtpreis zugeschlagen, der weit außerhalb der Möglichkeiten unseres Angelvereins lag.
Die Murg war in den 1960er und 1970er Jahren von der Jagdgemeinschaft Hurrle/Wallner gepachtet. Das Murglos Nr. 6 mit einer Länge von ca. 4,25 Km erstreckt sich vom Wehr der damaligen
Badischen Holzstoff- und Pappenfabrik Obertsrot (heute Smurfit Kappa Baden Board) bis zur Felix-Hoesch-Brücke.
Das Besondere an diesem Murglos ist, dass es über sehr schnell fließende/sprudelnde und damit sauerstoffreiche Abschnitte verfügt, gleichzeitig aber durch die verschiedenen Wehre auch
sehr ruhige Teilstrecken hat. Also ein gut geeignetes Fischwasser für Fliegenfischer und auch für Spinn- und Posen Anglern.
Zum damaligen Zeitpunkt war die Murg allerdings noch durch die vielen Industrieabwässer und auch sonstige
ungereinigte Abwässer sehr stark verschmutzt. Außerdem war sie durch die vielen Wehre noch nicht durchgängig
für die Wanderfische. Hauptfischart in der Murg war damals – als wir noch keine Kormorane an der Murg hatten
– der Döbel und das in recht großer Zahl. Im Frühjahr waren einige Murgabschnitte, z.B. oberhalb der Stadtbrücke,
richtig schwarz vor lauter jungen Döbeln. Der Vorstand setzte sich schon bald nach der Vereinsgründung sehr stark
dafür ein, dass dieses Murglos Nr. 6 von den Vereinsmitgliedern genutzt werden kann, bot sich daraus doch die
Möglichkeit, das Interesse an einer Mitgliedschaft im Verein für Fliegenfischer deutlich zu erweitern.
Am 1. Juli 1977 war es dann so weit, der Verein schloss mit der Jagdgemeinschaft Hurrle/Wallner einen
Unterpachtvertag für den Lautenbach ab. Gleichzeitig wurde ein Pachtübertragungsvertrag abgeschlossen,
mit dem die Pacht des Murgloses Nr. 6 auf unseren Verein überging. Notwendig war allerdings, dass das Staatliche
Liegenschaftsamt in Karlsruhe dieser Pachtübertragung zustimmte.
Dies erfolgte mit einem neuen Pachtvertrag vom 1. Januar 1978 zwischen dem Staatlichen Liegenschaftsamt und
unserem Verein. Seither wurde der Pachtvertrag bei Ablauf jeweils erneut verlängert, zuletzt mit Vertrag vom
2. Dezember 2019 bis zum 31.12.2032. Mit dem zuletzt abgeschlossenen Vertrag wurde die Pachtstrecke dabei
geringfügig von der Hoeschbrücke (bisher) bis zum Glatfelder Wehr (künftig) verlängert.
Seit der erstmaligen Anpachtung des Murgloses Nr. 6 hat sich die Wassergüte ganz erheblich zum Positiven
verändert. Auch die Durchgängigkeit für Wanderfische ist weitgehendst geschaffen worden.
Ein geregelter Mindest-Wasserdurchfluss an den Stauwehren hat des Weiteren die Voraussetzungen dafür geschaffen,
dass einzelne Passagen der Murg im Sommer nicht mehr trockenfallen.
Es laufen seit Jahren diverse Programme, um verschwundene Fischarten, wie z.B. den Lachs oder die Quappe durch gezielte Besatzmaßnahmen wieder in der Murg anzusiedeln. Inwieweit sie von Erfolg gekrönt sind, muss abgewartet werden. Bei all diesen positiven Maßnahmen haben sich aber auch negative Veränderungen ergeben. So hat sich mit Beginn der 1990er Jahren der Kormoran ganz massiv ausgebreitet, er geht inzwischen ganzjährig an der Murg auf Nahrungsfang. Es wird geschätzt, dass derzeit dem Kormoran 30-40 % des möglichen Fischertrags in unserem Murglos zum Opfer fallen. Auch die Zahl der Grauen Fischreiher hat stetig zugenommen; ihr Einfluss auf den Fischertrag ist allerdings nicht so gravierend, weil er nicht ausschließlich Fische als Nahrung zu sich nimmt.

Seit dem 4. August 1975 sind wir Pächter des Läutersbachs. Der Bach hat – vor allem in den Sommermonaten - kein so besonders großes Wasseraufkommen. Ein Fischbesatz mit Bachforellen
Sömmerlingen erfolgt zwar entsprechend den Vorgaben des Pachtvertrages; fischereilich wird der Bach jedoch nicht genutzt.
Diesen Bach hat der Verein erst seit dem Jahr 2011 angepachtet. Er verfügt im ganzen Jahresverlauf über ein sehr gutes Wasseraufkommen, sicherte es doch bis ins 20. Jahrhundert hinein in Loffenau den Betrieb von 2 Mahl- u. 3 Ölmühlen, 2 Sägewerken sowie einer Schleifmühle.
Das gesamte Laufbachtal dient allerdings in zunehmendem Maße als Weideflächen für Pferde sowie auch für ein Wildgehege mit Rotwild. Dies hat es mit sich gebracht, dass fast durchgängig der gesamte Bachverlauf eingezäunt und somit für Angler nicht mehr zugänglich ist.
Auch hier erfolgt gemäß Pachtvertrag ein jährlicher Besatz mit Bachforellen-Sömmerlingen. Den Nutzen daraus in Form eventuell abwandernder herangewachsener Bachforellen in die Murg haben
dann allerdings nicht mehr wir, sondern der Pächter des nächsten Murgloses.
Es wird daher erwogen, den am 31.12.2022 auslaufenden Pachtvertrag nicht mehr zu verlängern.