Von Anfang an war es das Bestreben der Vereinsführung, ein besonderes Augenmerk auf die Jugendarbeit zu legen. Das war damals, als es noch kein Internet oder Smartphone gab, vielleicht
noch etwas einfacher als heute. In den ersten beiden Jahren übernahm es Sport- und Jugendwart Kurt Hecker jeden Montag und Donnerstag von 18.00 – 20.00 Uhr mit den Jugendlichen am Hinteren Kurparkteich den Umgang mit der Angel zu üben.
Aber bereits im Jahre 1974 wurde eine eigene Jugendgruppe ins Leben gerufen, nachdem zum Ende des Jahres dem Verein bereits 58 Kinder und Jugendliche angehörten.
Im Jahresverlauf hatte sich diese Zahl zwar wieder etwas verringert, pendelte sich aber in den Folgejahren bei durchschnittlich 45 Jugendlichen und Kindern ein.
Einen Leiter für die neugeschaffene Jugendgruppe zu finden war anfangs gar nicht so leicht, so dass zunächst einmal Eddi Schiener dieses Amt kommissarisch und in Personalunion mit dem
Vereinsvorsitz übernahm. Als erster Jugendfischerkönig überhaupt erhielt im Jahre 1974 Jens Schenkel einen Pokal überreicht. Mit welchem Erfolg er Fischerkönig wurde, ist leider nicht
überliefert.
Im Folgejahr 1975 konnten dann Oswin Weiser als neuer Jugendwart gewonnen werden, der die Aufgabe zunächst kommissarisch übernahm und im Jahr darauf ganz formell in der Mitglieder
versammlung gewählt wurde.
Mit diesem Schreiben an die Anglerjugend hatte er sich am 31. August 1976 an die Jugendlichen gewandt:
Liebe Anglerjugend,
na, dieses Jahr könnt Ihr Euch über das Wetter während der Schulferien aber sicher nicht beklagen.
Selbst die Köderwürmer hatten es besser als sonst, denn sie saßen wegen der Trockenheit recht tief in der Erde und konnten von Euch nicht gefangen werden.
Ich habe mir sagen lassen, dass in Gernsbach und Umgebung erstmals „kostenlos“ ganze Gärten von Junganglern umgestochen worden sein sollen, mit dem Drang, vielleicht solch einen „leichtsinnigen“ Wurm zu ertappen. Solche Kraftanstrengungen waren ja auch verständlich, wenn man gehört hat, dass in Karlsruhe bis zu 60 Pfennige für einen einzigen Tauwurm verlangt werden.
Ich habe mir aber auch sagen lassen, dass einige von Euch in den Ferien so begeistert am Träufelbachsee fischten, dass schon Fänge von 10 gr. Rotaugen oft in lauter Indianertänze ausarteten.
Ältere Angler, die vergeblich am See Ruhe und Entspannung suchten, konnten da direkt an Karl Mays’ „Schatz im Silbersee“ erinnert werde, nur hatten dort die Indianer sicher nicht „verbotener
weise mit zwei Angeln gefischt“ und sicherlich nicht „verbotenerweise mit Brot und Teig die Fische angefüttert“…

Oswin Weiser übte sein Amt als Jugendwart bis zum Jahre 1982 aus. Ihm folgte für eine kurze Zeitspanne und zwar bis 1985 Siegbert Sprenger.
Ab 1986 – zuvor hatte er für 1 Jahr den Posten kommissarisch ausgefüllt – wurde Manfred Zapf zum Jugendleiter gewählt. Er übte dieses Amt mit tatkräftiger Unterstützung seiner beiden Söhne bis
Ende 1991 aus. Während seiner Zeit als Jugendwart wurden erstmals an einem Wochenende im Sommer Jugendübernachtungen am See durchgeführt. Man übernahm die Bachpatenschaft für den
Igelbach, den man dann auch einmal im Jahr ablaufen musste, um den im Bach oder am Rand angeschwemmten und hängen gebliebenen Unrat zu entfernen Zumeist kam da ganz schön was
zusammen, angefangen von alten Autoreifen, hauptsächlich aber Plastikreste.
Hauptaugenmerk wurde allerdings daraufgelegt, dass die Jugendlichen rechtzeitig ihre Fischerprüfung ablegten und den richtigen Umgang mit dem Angelgeschirr und den gefangenen Fischen
erlernten. Der Verein sorgte dabei sehr großzügig dafür, dass die Jugendlichen bei ihren Veranstaltungen in der Regel auch immer etwas gefangen haben. Das hatte sich dann auch insoweit ausgezahlt, dass einige der Jugendlichen nicht nur dem Verein die Treue hielten, sondern später auch verantwortliche Posten im Verein übernahmen.
Im Jahre 1992 übernahm Jörg Ludwig das Amt des Jugendwarts, das er mit Unterstützung von Martin Sprenger bis heute ausübt.
Unter seiner Ägide etablierte sich die Übernachtung am See an einem schönen Wochenende im Hochsommer als Traditionsveranstaltung, ohne die etwas Wichtiges beim Jahresprogramm fehlen
würde. Und es kam dabei schon das eine oder andere Mal vor, dass man mitten in der Nacht bei plötzlich auftretendem Starkregen oder Gewitter fluchtartig die Zelte verlassen und Unterschlupf in
der Fischerhütte suchen musste. Dazu gehört natürlich auch immer das nächtliche Sitzen um das große Lagerfeuer und – falls Erfolg beschieden war – der Verzehr der selbst gefangenen und am
Stock gegrillten Fische.
Zu den jährlichen Standardveranstaltungen wie z.B. das spezielle Jugendfischen an einem der Kurparkseen, kam die regelmäßige jährliche Teilnahme am Ferienprogramm der Stadt Gernsbach,
die inzwischen auch schon traditionell geworden ist. In der Regel ist der Andrang so groß, dass das – aufsichtsmäßig - begrenzte Kontingent recht schnell erreicht ist, können doch nur max. 15 - 20
Jugendliche erstmals den sorgsamen Umgang mit der Angel einüben und – falls ein Fisch an der Angel zappelte - den waidgerechte Umgang mit diesen Fischen erlernen.

Foto: Jörg Ludwig
Foto: Martin Sprenger
Dass man sich beim Ferienprogramm auch von der Unbill des´Wetters nicht stören lässt, zeigt das nebenstehende Bild, das im Jahre 2019 bei strömendem Regen aufgenommen wurde.
Die Liste der „Jugendfischerkönige“ ist mangels vorhandener Aufzeichnungen nicht ganz vollständig:



Fotos: Manfred Zapf
Um die Jugend darüber aufzuklären, dass man nicht nur
Fische angeln kann, sondern, dass man auch etwas dafür tun muss, dass es in unseren Gewässern
überhaupt Fische gibt, werden mit der Jugend
regelmäßig Besatzmaßnahmen durchgeführt. Hier zum Beispiel wurden im Jahre 2016 junge Lachse in unser Murglos etwas oberhalb der Reichenbachmündung eingesetzt:


Angesiedelt im Bereich der Jugendarbeit waren seit dem Jahre 2019 - als Inklusionsprojekt - auch „Schnupperangeln“ für Menschen mit Behinderung die von Martin Sprenger mit Unterstützung seitens des Angler-Fachmarkts „Fischerman’s Partner“ am Träufelbachsee durchgeführt wurden, wie hier im Jahre 2019.